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Medizinischer Leitfaden

Behandlungen

Ich habe ein Glaukom – Was bedeutet das für mein Sehvermögen?

Ich habe ein Glaukom – Was bedeutet das für mein Sehvermögen?

Sie leiden an einem Glaukom, einer Augenkrankheit, die durch eine zunehmende Schädigung des Sehnervs verursacht wird und bis zur Erblindung führen kann. Es handelt sich um eine schwerwiegende Erkrankung, die sich aber durch eine geeignete Behandlung in ihrem Verlauf aufhalten lässt. Darum ist es wichtig, dass sie früh erkannt wird.


Ich habe ein Glaukom – woher kommt das?

Das Glaukom ist eine Erkrankung, die das Sehvermögen beeinträchtigt. Allein in der Schweiz leiden daran 1–2 % aller Menschen über 40 Jahren.
Die genauen Erkrankungsursachen sind nicht bekannt, doch man weiß, dass die Gene eine Rolle spielen: Wer Verwandte mit Glaukom hat, unterliegt einem höheren Risiko, selbst daran zu erkranken. Die Erkrankungsgefahr ist für beide Augen gleich groß, wobei die Krankheit nicht unbedingt auf beiden Seiten identisch verläuft.

Welche Auswirkungen hat das auf mein Sehvermögen?

Dem Glaukom liegt die langsame und fortschreitende Zerstörung des Sehnervs zugrunde. Dieser Nerv hat die Funktion, die vom Auge aufgenommenen Informationen ans Gehirn zu übertragen. Das Auge sieht also weiterhin normal, aber die Übermittlung der empfangenen Reize an das Gehirn verschlechtert sich mit der Zeit.
Es kommt zu zunehmenden Gesichtsfeldausfällen.
Wenn keine Behandlung erfolgt, verschlechtert sich Ihr Sehvermögen – möglicherweise bis hin zum vollständigen Verlust.

Welche Auswirkungen hat die Erkrankung auf meinen Alltag?

Zu Beginn bleibt Ihre Sehleistung noch unverändert. Das Auge nimmt bestimmte Bereiche oder Einzelheiten des Gesichtsfelds nicht mehr war, aber das Gehirn gleicht dieses Defizit noch aus. Das Glaukom bleibt daher unbemerkt.
In einem fortgeschrittenen Stadium können die Sehstörungen dann als störend empfunden werden, und beispielsweise das Autofahren kann gefährlich werden, weil das Gesichtsfeld sich verengt.

Das Glaukom kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt werden empfohlen, um es so früh wie möglich zu erkennen.

Das Glaukom kann lange Zeit unbemerkt bleiben. Regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt werden empfohlen, um es so früh wie möglich zu erkennen.


Wenn keine Behandlung erfolgt, weiten sich die Ausfallbereiche mit der Zeit immer weiter aus, und das Gehirn kann die Ausfälle nicht mehr vollständig ausgleichen. In diesem Stadium werden Sie auch die „blinden Flecken“ in Ihrem Gesichtsfeld bemerken. Die künftigen Auswirkungen auf Ihr tägliches Leben können sehr schwerwiegend sein. Mit der Zeit müssen Sie sich mehr und mehr anstrengen, um auch zur Seite hin etwas zu sehen.

Welche Lösungen stehen mir zur Verfügung?

Die Behandlung des Glaukoms zielt darauf ab, einen der Hauptrisikofaktoren, nämlich den erhöhten Augeninnendruck, zu beeinflussen. Die Behandlung ermöglicht es nicht, verlorenes Sehvermögen wiederzuerlangen, aber sie kann die weitere Ausdehnung der Schädigung verhindern. Darum ist es wichtig, früh genug zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Keine der Behandlungsmaßnahmen stellt einen großen Eingriff dar. Alle können in jedem Alter durchgeführt werden, wenn Ihr allgemeiner Gesundheitszustand es zulässt.
Drei Therapieformen stehen zur Wahl:

  • Augentropfen (ein oder mehrere Tropfen werden zu festen Zeiten in das betroffene Auge geträufelt) – sie bewirken, dass weniger Flüssigkeit im Auge erzeugt wird und mehr Flüssigkeit aus dem Auge abfließt. Die Behandlung muss auf unbegrenzte Zeit fortgeführt werden.
  • Eine Laserbehandlung (unter örtlicher Betäubung, ohne Krankenhausaufenthalt) fördert den Abfluss der Flüssigkeit aus dem Auge und führt so zur Senkung des Augeninnendrucks. Die Wirkung hält jedoch nicht unbegrenzt an, sodass die Behandlung bisweilen wiederholt werden muss. Es handelt sich um einen sanften Eingriff, der keine Übernachtung im Krankenhaus erforderlich macht. Beide Augen können gleichzeitig behandelt werden. Es ist eine mehrtägige Behandlung mit Augentropfen notwendig. Geringfügige Reizungen können sich bemerkbar machen, vergehen jedoch schnell wieder.
  • Bei einer Operation (unter örtlicher Betäubung im Krankenhaus, in der Klinik oder in einem spezialisierten Zentrum) wird ein kleiner Schnitt ins Auge gesetzt, um den Innendruck zu verringern. Auf eine Operation wird zurückgegriffen, wenn das Glaukom fortgeschritten ist und Behandlungsversuche mit Augentropfen und/oder Laser gescheitert sind. Ein fortgeschrittenes Glaukom bei einem jungen Patienten wird ebenfalls operiert. Da man nach dem Eingriff vorübergehend eingeschränkt ist, wird empfohlen, die Augen einzeln nacheinander zu behandeln.

 

Wie verläuft die Genesung nach der Operation?

Der Eingriff ist kurz und geringfügig; Sie können sehr schnell wieder nach Hause entlassen werden. Ihr Sehvermögen wird in den ersten Wochen noch eingeschränkt sein. 
Nach der Operation sollten Sie alles vermeiden, was Ihr Auge reizen oder infizieren könnte: Rauch, Make-up, Staub, Kontakt zu Haustieren usw. Es wird dazu geraten, sich einige Tage nach der Operation nicht den Kopf zu waschen und 2–3 Wochen nicht ins Schwimmbad zu gehen. Sie sollten sich einige Tage Ruhe gönnen, bevor Sie ihre Alltagsaktivitäten wieder aufnehmen. Es ist ratsam, auf das Autofahren zu verzichten, bis sich ihr Sehvermögen stabilisiert hat, d. h. bis 2–3 Wochen nach der Operation. Zur weiteren Behandlung müssen Sie mehrere Monate lang Augentropfen verwenden. Und vergessen Sie nicht, Ihre Augen mit einer geeigneten Brille so gut wie möglich vor der Sonne zu schützen.
Für alle Behandlungsformen gilt, dass Sie regelmäßig Ihren Augenarzt zu Kontrolluntersuchungen aufsuchen müssen.

Vorsorgeuntersuchungen des Augeninnendrucks ab dem Alter von 45 Jahren ermöglichen es, das Glaukom schon ab den ersten Anzeichen zu behandeln, bevor das Sehvermögen beeinträchtigt wird. Ziel der Behandlung ist es, die Risikofaktoren zu beeinflussen.
Durch regelmäßige Untersuchungen beim Augenarzt ab einem gewissen Alter lassen sich Komplikationen vermeiden.

Stand: Juni 2011

Publikationsdatum:   14.12.11
Datum geändert:  13.07.11
 
 

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Dr. med. Frances Meier-Gibbons

Ophthalmologie

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